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Pulverbeschichten
Von: Charly (17.01.2010)
Hallo liebes Forum,
bei den neuen Steuerungen von Pulveranlagen kann man ja alle Parameter individuell einstellen.
Meine Frage wäre, welche Parameter sind verantwortlich für die Schichtstärkenbildung. Mikro-amper-stromstärke,kv-Hochspannung oder der Pulverausstoß-in Prozent?? Oder was verändert sich, wenn man stromstärke und kv verändert.
Bei Überlackierung muss man ja beides nach unten korrigieren um keine "Rückschläge" zu erhalten.
Wäre euch dankbar, dieses Thema noch ein bißchen zu diskutieren.
Mit besten Gruessen Charly
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Von: malte (12.02.2010)
http://www.google.de/search?hl=de&q=troubleshooting+tiger+lacke&meta=&aq=f&oq= hier kannst Du vieles nachlesen. Am besten abspeichern.
Frei Lacke: hat einen sehr guten Lahrgang.
Es nützt nichts, wenn Du nur Theorie hörst. Es dir aber keiner zeigt, oder erklärt, wo man zu drehen hat.
Gruß Malte
Von: Charly (12.02.2010)
Hallo Malte,
danke für die Seite. Steht zwar vieles drin, aber vieles wird ja auch von anderen Herstellern genau so beschrieben. Ich interessiere mich ja nicht nur für die Theorie, sondern auch für die praktische Ausführung ;-) Bei Frei Lacke war ich schon auf der Schulung. Bezüglich der mikroamper bzw. kv,hab ich Leute gefragt von Anlagenseite, wie auch Pulverseite und keiner konnte mir eine schlüssige Antwort liefern... Was sich denn genau verändert, wenn man diese Parameter verstellt.
Gruesse Charly
Von: malte (12.02.2010)
Das wird dir auch niemand genau sagen.
1. glatte Lacke mit 10er Schlauch, Struktuierte mit 11er Schlauch.
Fließgeschwindigkeit kannst du bei Wagner Tips-Tricks nachlesen.
2.Learning by Doing.
Am besten du machst Versuche.
Wir hatten am Anfang folgende Einstellungen. Werkseitig.
Hochspannung 120
mv: 80
Pulvermenge: Großteile 85
Klein 60
Keiner konnte uns sagen wie man es richtig einstellt.
Wir haben uns dann rangetastet.
Heute: Hochspannung 90
mv: 80
Pulvermenge: 70
klein 55
Fazit: Die Pulverwolke muss wie beim Nasslackieren eine homogene, gleichmäßige Wolke bilden.
So bekommt man die besten Ergebnisse.
Aber, es soll jeder machen, wie er es gerne möchte.
Ps: Von Elektrostatik - Schulungen rate ich dir ab. Keiner sagt dir, wo du drehen mußt. Theorie eben.
Sobald ich weiteres weiß, werde ich es hier posten.
Gruß Malte
Von: Steve (12.02.2010)
Hallo Charly
In den letzten Jahren hatte ich zwei Großprojekte bei welchen der Kunde jeweils eine möglichst starke Schichtdicke erreichen wollte.
Als erstes einmal sollte die Frage gestellt werden, ob eine große Schichtstärke wirklich notwendig ist?
Oder interressiert sie lediglich die Abhängigkeit der verschiedenen Parameter untereinander?
Meiner Erfahrung nach treten die größten Probleme durch mangelnde Erdung der Objekte auf.
Bitte erläutern Sie mir Ihre Problematik doch etwas eingehender,
wenn ich kann helfe ich gerne, bis bald
Stephan Witte
Von: Ulf (12.02.2010)
Hallo Zusammen,
vorab hängt die Schichtstärkenbildung von vielen anderen Faktoren ab.
- Ladefähigkeit des Pulvers
- Erdung!!! u. Luftfeuchtigkeit
- Übertragunsverhalten der Pistole mit oder ohne Spülung
- Überbeschichtung, Ecken u. Kanten
- Schlitzdüse oder Prallplatte
und so weiter...
In der Regel gibt es keine Idealeinstellung für alles, auch das Bild der Wolke ist nach meiner Ansicht nicht wirklich aussagekräftig.
Aus diesem Grund haben viele große Beschichtungsfirmen auch eine Vielzahl an Programmen hinterlegt. Wir empfehlen immer bei Beschichtung die eingestellten Parameter zu dokumentieren, da man sich so am besten an alltagstaugliche Lösungen für die eigenen Produkte herantastet. Das bringt aber nur dann etwas, wenn ein entsprechendes Schichdickenprotokoll mitgeführt wird.
Grüsse
Ulf Kleineidam
Von: Andreas Rasche, ITW Oberflächentechnik GmbH auf Anfrage der Redaktion besser lackieren! (a.rasche@i (12.02.2010)
Verantwortlich für die Schichtstärkenausbildung beim Pulverbeschichten sind die Parameter Pulverausstoß (Pulvermenge), Gesamtluft (Wolkenqualität), Spannung und Strom in Kombination. Grundsätzlich gilt bei Pulverausstoß und Gesamtluft "weniger ist mehr". Um das Beschichtungspulver gut aufladen und eine qualitativ hochwertige Oberfläche erzielen zu können, sollte die Pulvermenge zwischen 130g/min und 180 g/min liegen. Werden flächige Teile beschichtet, ist eine weiche Wolke von Vorteil (60% Pulverausstoß, 3,0 m3/h Gesamtluft). Ist das zu beschichtende Teil komplex, d.h. mit vielen faradayischen Käfigen, dann sollte man eine harte Wolke einstellen (50 - 60% Pulverausstoß, 4,0 bis 5,0 m3/h Gesamtluft). Für die Einstellung von Spannung und Strom kann grundsätzlich folgendes bemerkt werden:
- Beschichtung von Flachteilen: Spannung 100 kV, Strom 100 µA (der Strom wird nicht begrenzt),
- Beschichtung von komplexen Teilen: Spannung 100 kV, Strom 22 µA (der Strom wird bei 22 µA begrenzt),
- Überbeschichtung: Spannung 100 kV, Strom 10 µA (der Strom wird bei 10 µA begrenzt). Das Festhalten des Sprühstroms ermöglicht ein besseres Eindringen bei komplexen Teilen. Beim Überbeschichten treten Spannungsrückschläge erst sehr spät auf. Ideal wäre es, wenn die genannten Einstellwerte bei allen Beschichtungsaufgaben zu positiven Resultaten führen würden. Leider sieht es in der Praxis etwas anders aus.
Die genannten Parameter sind nicht die einzigen Einflussfaktoren beim Pulverbeschichten. Weitere Einflussgrößen sind: Klimatische Bedingungen (Luftfeuchtigkeit, Temperatur usw.), das Beschichtungspulver (Qualität, Glanzgrad, Einsatzgebiet usw.), das zu beschichtende Material (Stahl, Alu, NIRO usw.) und nicht zuletzt die Erdung der zu beschichtenden Teile bzw. der Beschichtungsanlage. Auch der Zustand der Ersatz- und Verschleißteile hat Einfluss auf das Beschichtungsergebnis. Die richtige Wahl der Düsen (Flachstrahl, Rundstrahl, Sonderdüsen) und der Einsatz eines SuperCorona-Rings beeinflussen das Beschichtungsresultat positiv.
ITW Oberflächentechnik GmbH, Verkaufsbüro Berlin, Andreas Rasche, Berlin, Tel. +49 30 91611226, a.rasche@itwgema.de, www.itwgema.de
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